Seit 1912 - Turnverein Hohenklingen - ein sportlicher Verein im Wandel der Zeiten

Mit einem Festakt in der Mehrzweckhalle Freudenstein-Hohenklingen sowie einer ganzen Reihe weiterer Events, feierte der Turnverein Hohenklingen im Jahr 2012 sein 100jähriges Vereinsjubiläum.

Für den Chronisten Anlass genug, einmal gründlich in den Annalen zu blättern und der interessierten Öffentlichkeit den Verein und die Entstehungsgeschichte etwas näher vorzustellen.

 

So fing alles an

Am 18. August 1912, also vor nahezu genau einem Jahrhundert, wurde der Turnverein Hohenklingen von „28 Turngenossen“ im Gasthaus „Traube“ aus der Taufe gehoben. Bereits zwei Wochen später wurden die Statuten festgeschrieben. Unter anderem war damals schon vermerkt, dass der Verein keinerlei politischen oder religiösen Zwecke verfolgt. Der erste Monatsbeitrag wurde damals für Aktive auf 40 Pfennig, für Passive und „Zöglinge“ (Jugendliche von 14 bis 17 Jahren) auf 20 Pfennig festgesetzt. Der damaligen Turnordnung entnehmen wir, „dass auf dem Turnplatz unnötiger Lärm zu vermeiden und das Rauch streng untersagt ist“. Natürlich wurden damals auch gleich entsprechende Turngeräte bestellt, für einen Barren, eine Matte und ein Reck fielen zusammen 235,- Mark ein, 80,- Mark davon musste man von der Darlehenskasse Freudenstein leihen. Neben dem Turnen kam von Anfang an natürlich auch die Geselligkeit nicht zu kurz, so beschloss der Turnrat am 29. Dezember 1912, „dass der Verein aus der Kasse ein Fass Bier bezahlt, um es in der Neujahrsnacht zu trinken“.

So fing alles an

Am 18. August 1912, also vor nahezu genau einem Jahrhundert, wurde der Turnverein Hohenklingen von „28 Turngenossen“ im Gasthaus „Traube“ aus der Taufe gehoben. Bereits zwei Wochen später wurden die Statuten festgeschrieben. Unter anderem war damals schon vermerkt, dass der Verein keinerlei politischen oder religiösen Zwecke verfolgt. Der erste Monatsbeitrag wurde damals für Aktive auf 40 Pfennig, für Passive und „Zöglinge“ (Jugendliche von 14 bis 17 Jahren) auf 20 Pfennig festgesetzt. Der damaligen Turnordnung entnehmen wir, „dass auf dem Turnplatz unnötiger Lärm zu vermeiden und das Rauch streng untersagt ist“. Natürlich wurden damals auch gleich entsprechende Turngeräte bestellt, für einen Barren, eine Matte und ein Reck fielen zusammen 235,- Mark ein, 80,- Mark davon musste man von der Darlehenskasse Freudenstein leihen. Neben dem Turnen kam von Anfang an natürlich auch die Geselligkeit nicht zu kurz, so beschloss der Turnrat am 29. Dezember 1912, „dass der Verein aus der Kasse ein Fass Bier bezahlt, um es in der Neujahrsnacht zu trinken“.

Ein Jahr später trat der noch junge Verein dem Enzturngau bei, während kurz danach sämtliche Aktivitäten durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges jäh gestoppt und für längere Zeit gänzlich lahm gelegt wurden. Erst 1919 regte sich wieder Leben, mit Schwung und Elan wurden die Aktivitäten wieder aufgenommen. Zur Maiwanderung konnte die Vereinsführung nicht weniger als 56 Personen („darunter etwa die Hälfte Mädchen“) begrüßen. Um 03.30 Uhr in der Nacht (!) ging es los, schon morgens um 07.00 Uhr, so berichtet der Chronist im fein säuberlich geführten Protokollbuch, wurde beim Adlerwirt in Ochsenbach Einkehr gehalten. „Zum Vesper gab es weißen Schwartenmagen.“ Von dort ging es dann zu Fuß weiter übers Blankenhorn und Pfaffenhofen nach Leonbronn. Nach einer erneuten Einkehr wanderte man dann über Sternenfels zurück nach Hohenklingen. 1921 konnte man schon ein internes Preisturnen durchführen, im gleichen Jahr wurde auch eine Sängerabteilung „zur Pflege des Volksliedes“ gegründet. Die Faustballabteilung nahm damals bereits einen großen Stellenwert ein. Im Jahre 1927 feierte der Verein „unter großer Anteilnahme der Bevölkerung“ sein 15jähriges Stiftungsfest und 1928 war man erstmals Gastgeber der jährlichen Gauwanderungen. Diese führte von Kleinvillars nach Hohenklingen. Im Jahre 1933, bis dahin wurde der Turnbetrieb mit Unterstützung der örtlichen Weingärtnergenossenschaft in der Kelter abgehalten, hat man die Planungen zum Bau einer eigenen Turnhalle vorangetrieben. Nach Ausbruch des zweiten Weltkrieges konnte die Vereinsarbeit noch bis zum Jahre 1942 einigermaßen aufrecht erhalten, dann beendete der Krieg jegliche turnerischen und die sonstigen Vereinsaktivitäten für längere Zeit vollkommen.

Der Neubeginn nach dem Kriege

Erst 1948 wagten „zwölf alte und 22 neue Mitglieder den Sprung in eine neue Zukunft“. In den Anfangsjahren tat sich der TVH vor allem auf dem sozialen Sektor hervor. So wurde den Kindern eines im Krieg gefallenen Mitgliedes eine Geldzuwendung gewährt, darüber hinaus konnten sich die Mitglieder beim Verein jetzt sogar Geld leihen, zum Zinssatz von 6,5 Prozent. 1951, ein Jahr vor dem 40jährigen Jubiläum, führt der TVH nicht nur ein „Preisschießen zugunsten der Hohenklinger Kirchenglocken“ durch, sondern erwirbt „auf der Stelle“ auch ein Grundstück für einen späteren Sportplatzbau. Innerhalb des 1958 eingeweihten neuen Schulhauses ergeben sich jetzt Möglichkeiten zum Aufbau eines kontinuierlichen Turnbetriebes und auch von noch gezielterer Jugendarbeit.

Davon konnte man vier Jahre später erstmals profitieren, als der Turnverein Hohenklingen mit einem „grandiosen Fest“ bei herrlichem Wetter seinen 50. Geburtstag feierte, übrigens bereits schon auf der Stelle. Dort begann man ein Jahr später, 1963, in Eigenregie mit dem Bau eines neuen Sportplatzes. Nicht so viel Glück mit dem Wetter hatte man beim traditionellen Sportfest im Jahre 1969, als der Sturm die Zeltplanen nicht weniger als drei Mal vom Dach des Festzeltes wehte und am Samstagabend auch noch der Strom ausfiel. Damit, so stellte der Chronist damals ernüchtert fest, „war das Fest natürlich gelaufen“. 1971/72 konnte auf der Stelle auch ein „bescheidenes“ Vereinsheim errichtet werden. Nach 60jähriger wechselvoller Vereinsgeschichte, so stellten die Mitglieder damals erleichtert fest, habe der Verein „endlich ein eigenes Dach über dem Kopf“. Vier Jahre zuvor, 1968, wurde das bereits recht umfassende Angebot des Vereins durch die Gründung einer Tischtennis-Abteilung noch erweitert. Diese nimmt fortan und auch heute noch mit wechselndem Erfolg am Spielbetrieb in der Kreisklasse teil.


Sportfest in Ölbronn am 31.07.1949
Sportfest in Ölbronn am 31.07.1949

Die Geselligkeit und gemeinsame Aktivitäten innerhalb des gesamten Vereins wurden beim TV Hohenklingen schon immer groß geschrieben. So gehörten die jährlichen Vereinsausflüge wie auch die Teilnahme an den Gauwanderungen mit zu den Höhepunkten im Vereinsleben. Schon 1951 war der TVH erstmals auch Gastgeber der Gauwanderung, 1971 und 1991 folgten weitere Auflagen, wobei hier bis zu 1500 Wanderer aus dem gesamten Turngau auf der Stelle bzw. bei der Mehrzweckhalle (1991) begrüßt und natürlich auch bestens bewirtet werden konnten. 1975 (Oberriexingen), 1976 (Illingen) und 1977 konnte der TV Hohenklingen drei Mal in Folge den Pokal für die meisten Teilnehmer bei den Gauwanderungen in Empfang nehmen, absolutes Highlight war hier 1977 die Gauwanderung nach Steinheim an der Murr, wo man mit sage und schreibe 253 Teilnehmern anmarschiert war und damit einen wohl auch kaum mehr zu knackenden „Rekord für die Ewigkeit“ aufstellte.


So richtig ins Boomen kam das Vereinsleben beim TVH ab dem Jahr 1973, als die neue Mehrzweckhalle der damals noch selbständigen Gemeinde Freudenstein-Hohenklingen eingeweiht wurde. Weitere Abteilungen, so beispielsweise das Hausfrauenturnen, das Jedermannturnen und die Gymnastik-Abteilung wurden gegründet. Innerhalb eines Jahres schnellte die Mitgliederzahl des Turnvereins um sage und schreibe 200 Prozent nach oben. 1979 richtet der zwischenzeitlich zu einer stattlichen Größe in der Gesamtkommune herangewachsene TVH in der Hohenklinger Ortsmitte das erste Dorffest aus, 1982 und 1984 folgen weitere erfolgreiche Auflagen.

 

„Auf der Stelle“ geht es richtig los sportliche Erfolge

1987 wird das schmucke, ausschließlich in Eigenleistung erstellte neue Vereinsheim eingeweiht (in der Folge wurde dieses stetig modernisiert und 2005 um einen schmucken Gymnastikraum erweitert), zwei Jahre später folgte die offizielle Inbetriebnahme der zwei Faustball-Spielfelder umfassenden Sportanlage „auf der Stelle“. So richtig Früchte tragen all diese Aktivitäten allerdings erst mit Beginn der neunziger Jahre, wo zunächst die Nachwuchs-Faustballer und später auch die Aktiven des TVH auf Gau-, Landes- und Verbandsebene gleich reihenweise tolle Erfolge feierten. Das erste richtige Highlight folgte im Jahre 1993, als der Turnverein Hohenklingen nicht zuletzt dank seiner anerkannt erfolgreichen Jugendarbeit mit der Ausrichtung der Deutschen Meisterschaften für die männliche C-Jugend beauftragt wird. Die Titelkämpfe in der Knittlinger Sporthalle sind bis heute unvergessen, wenn die eigene Schüler-Vertretung damals auch nur den neunten Platz belegen konnte. Doch schon zwei Jahre später gelang der große Wurf: die Faustball-Schüler des TVH holten im Feld den Deutschen Meistertitel. Abermals nur zwei Jahre danach gelang der B-Jugend dasselbe Kunststück, während 2001 erneut die Schüler den nationalen Titel in der Halle holen konnten.

Text: Rudolf Haller